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US-Lizenz in Europa

Nicht nur in den USA, auch in Europa ist es m├Âglich, die US-Lizenz-Pr├╝fung abzulegen und ein US-Rufzeichen zu erhalten. Die Pr├╝fungsgeb├╝hren betragen lediglich ca. 14 $ (bzw. den entsprechenden Euro-Betrag). Es entstehen keine Folgekosten wie EMV- oder Frequenznutzungsgeb├╝hren.

Voraussetzungen:

Derzeitige Lizenzklassen

Die Lizenzklassen wurden im Laufe der Zeit immer wieder ver├Ąndert. Derzeit gibt es drei Lizenzklassen: Technician, General und Amateur Extra. Diese Klassen bauen aufeinander auf, d. h. um die h├Âchste Klasse "Amateur Extra" zu erwerben, muss man zuvor die Pr├╝fungen f├╝r Technician und General bestanden haben. Man muss nicht alle Pr├╝fungen in einem Termin absolvieren, auch sp├Ątere "Upgrades" sind m├Âglich.

Pr├╝fungsvorbereitung

Alle Fragenkataloge ("Question Pools") stehen als pdf-Dateien zum kostenfreien Download im Internet zur Verf├╝gung.

Technican Class Question Pool    (Quelle: ARRL)
General Class Question Pool
Extra Class Question Pool

Da die Fragenkataloge alle paar Jahre ge├Ąndert werden, sollte man darauf achten, sich mit dem aktuell g├╝ltigen Katalog vorzubereiten.

Sehr gute B├╝cher mit umfassender Pr├╝fungsvorbereitung inklusive Fragenkatalog mit allen Antworten sind auch in Deutschland relativ g├╝nstig erh├Ąltlich. Die B├╝cher sind in englischer Sprache verfasst. Sie leisten auch noch nach abgelegter Pr├╝fung tolle Dienste als Nachschlagewerke oder um Interessierten Einblick zu gew├Ąhren.

Auch bei den Pr├╝fern kann man sich informieren und m├Âglicherweise weitere Materialien erhalten. Insbesondere in gr├Â├čeren St├Ądten, werden auch Vorbereitungskurse abgehalten.

Zudem kann man kostenlos online ├╝ben und die Pr├╝fung schon einmal simulieren, zum Beispiel auf den folgenden Webseiten:

* Exam Practice auf der Website von AA9PW
* Exam Practice auf der Website von QRZ.com
* Exam Practice auf der Website von W8MBH
* KB0MGA.net Practice Exams
* Ham Exams (f├╝r Technician, General, Amateur Extra) bei eHam.net
* Der AfuTrainer / HamRadio Trainer von DM1OLI   ist als Installier- oder Portabel-Version erh├Ąltlich und bietet Trainingsm├Âglichkeiten gleich f├╝r mehrere L├Ąnder (USA: Technician, General, Amateur Extra; Deutschland Klasse A und Klasse E; Schweiz: HB3 und HB9; Brasilien: Klasse A, B, C)

Die Pr├╝fung

Vor der Pr├╝fung f├╝llt man einen Antrag namens NCVEC Quick Form 605 aus. Die Lizenz-Pr├╝fung erfolgt schriftlich (Multiple Choice) und wird in englischer Sprache abgehalten. Die Morse-Pr├╝fung wurde abgeschafft und ist kein Bestandteil mehr.

Anforderungen zum Bestehen:
Technician und General: 35 Fragen (zum Bestehen m├╝ssen 26 richtig sein)
Amateur Extra: 50 Fragen (zum Bestehen m├╝ssen 38 richtig sein)

W├Ąhrend der Pr├╝fung gibt es keinen Zeitdruck: Die Frageb├Âgen m├╝ssen nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeit ausgef├╝llt werden. Stattdessen kann man sich solange Zeit lassen wie es der insgesamt angesetzte Zeitrahmen zul├Ąsst. Wenn der Termin also von 10 bis 16 Uhr angesetzt ist, kann man diese Zeit nutzen, um die Pr├╝fungsfragen zu beantworten.
Als Hilfsmittel ist ein nicht-programmierbarer Taschenrechner zugelassen.

Mitbringen sollte man:

Am besten nimmt man schon vor der Pr├╝fung Kontakt zu einem der zust├Ąndigen Pr├╝fer auf und erkundigt sich ├╝ber den Ablauf. In der Regel wird man dann mit Hilfe eines Pr├╝fers bei der FCC registriert. (Die Verwaltung der Daten kann man dann selbst ├╝ber das Internet vornehmen).

Bei vielen Pr├╝fungsterminen sind "Walk ins" erlaubt, d. h. man kann auch ohne Anmeldung teilnehmen. Um eine bessere Organisation der Pr├╝fungen zu erm├Âglichen, sollten man sich dennoch bei einem der zust├Ąndigen Pr├╝fer (VEs) anmelden.

Bei der Pr├╝fung sind mindestens drei Pr├╝fer (VE = Volunteer Examiner) anwesend, die die Pr├╝fung durchf├╝hren. Das Ergebnis seiner Pr├╝fung erf├Ąhrt man schon kurz nach Abgabe des Pr├╝fungsbogens.

Es ist m├Âglich, die Pr├╝fungen f├╝r alle drei Lizenzklassen bei einem einzigen Termin abzulegen.
Man erh├Ąlt zuerst den Technician-Pr├╝fungsbogen. Besteht man, kann man sofort (ohne nochmalige Geb├╝hren) zur General und bei erneutem Bestehen zur Amateur Extra fortschreiten.
Im g├╝nstigsten Fall erh├Ąlt man also die h├Âchste Lizenzklasse an einem einzigen Termin zu insg. 14 $.

Die Atmosph├Ąre bei der Pr├╝fung ist sehr entspannt: Sollte man tats├Ąchlich durchfallen, zahlt man die Pr├╝fungsgeb├╝hr einfach nocheinmal und erh├Ąlt umgehend einen neuen Pr├╝fungsbogen. Besteht man auch den zweiten Anlauf nicht, besteht die M├Âglichkeit ein drittes Mal die Geb├╝hr zu entrichten und einen neuen Pr├╝fungsbogen zu erhalten usw. Dennoch sollte man die Pr├╝fung nicht als Gl├╝cksspiel betrachten und stattdessen gut vorbereitet sein.

Kurzum: Der Ablauf gestaltet sich sehr unb├╝rokratisch und in angenehmer Atmosph├Ąre.

Upgrade

M├Âchte man nicht alle Pr├╝fungen an einem einzigen Termin ablegen, so besteht die M├Âglichkeit des "Upgrade"; das CSCE-Zertifikat als Beleg der erfolgreich abgelegten Pr├╝fung ist hierf├╝r 1 Jahr lang g├╝ltig.

Lizenz-Inhaber d├╝rfen sich seit 2015 freuen, denn unter Umst├Ąnden wird die bereits vorhandene Lizenz auf das Upgrade angerechnet. Auch abgelaufene Lizenzen oder ├Ąltere Lizenzklassen, die es zwischenzeitlich nicht mehr gibt, wie die Advanced k├Ânnen unter bestimmten Bedingungen angerechnet werden. Die zust├Ąndigen Pr├╝fer k├Ânnen hier individuell Ausk├╝nfte erteilen.

Unter bestimmten Bedingungen m├╝ssen also nicht mehr wie fr├╝her alle Pr├╝fungen einschlie├člich der schon einmal bestandenen wiederholt werden.

Nach der Pr├╝fung

Nach bestandener Pr├╝fung erh├Ąlt man ein CSCE (Certificate of Successful Completion of Examination) - ein Zertifikat ├╝ber die bestandene Pr├╝fung. Dann dauert es noch ein paar Tage bis die FCC ein Rufzeichen zuteilt und man die Lizenzurkunde (2 St├╝ck: Eine kleine im Scheckkarten-Format f├╝r die Brieftasche und eine gr├Â├čere, etwa im DIN A5-Format f├╝r den Bilderrahmen an der Wand) erh├Ąlt.

Wurde zuvor noch kein US-Call erteilt, darf man nicht schon nach bestandener Pr├╝fung, sondern erst nach der Rufzeichenzuteilung funken (entsprechend den Bedingungen des Landes, in dem man sich gerade befindet). Hat man bereits ein US-Rufzeichen und es handelt sich nur um ein Upgrade auf eine h├Âhere Lizenzklasse, darf man gleich nach bestandener Pr├╝fung auf Sendung gehen (mit Suffix).

Wann und welches Rufzeichen einem zugeteilt wird, ist auch per Internet ├╝ber das ULS (Universal Licensing System) der FCC abrufbar - ein besonders angenehmer Service, gerade f├╝r Europ├Ąer.

Die US-Lizenz muss alle zehn Jahre verl├Ąngert werden: Dies ist kostenlos und kann auch ├╝ber das Internet erfolgen. Vers├Ąumt man die Frist, wird von der FCC eine Gnadenfrist von zwei Jahren einger├Ąumt. Erfolgt auch innerhalb dieses Zeitraums keine Verl├Ąngerung, verf├Ąllt die Lizenz.

Die Zahl im Rufzeichen orientiert sich ├╝brigens an der angegebenen US-Adresse (Liste des ARRL).

Nat├╝rlich ist gegen Geb├╝hr auch ein Wunsch-Rufzeichen m├Âglich (Kosten ca. 12,50 ÔéČ, f├Ąllt alle 10 Jahre an).

Anerkennung der US-Lizenz au├čerhalb der USA

Die US-Lizenz kann man auch in seinem Heimatland anerkennen lassen, sofern es eine dazu ├Ąquivalente Lizenzklasse gibt.
(In der BRD entspricht beispielsweise die "Amateur Extra" der Klasse A und die "General Class" der Klasse E und die ; für die "Technician" gibt es kein Äquivalent).
Die Anforderungen / Pr├╝fungen f├╝r die h├Âchsten Amateurfunkklassen sind weltweit in etwa einheitlich, so dass die Amateur Extra als h├Âchste Klasse in der Regel ├╝berall anerkannt wird. Abh├Ąngig vom Heimatland wird f├╝r die Anerkennung der US-Lizenz und Zuteilung eines Rufzeichens des Heimatlandes eventuell eine Geb├╝hr f├Ąllig. Die jeweiligen Regulierungsbeh├Ârden f├╝r Telekommunikation geben dar├╝ber detailliert Auskunft.

Antrag f├╝r Deutschland     (pdf der BNetzA)
Anerkennungsantrag f├╝r ├ľsterreich    (pdf des BMVIT)

Welche Vorteile bietet die US-Lizenz ?

Man kann seine Englischkenntnisse um Fachwortschatz erweitern. Dadurch werden einem nicht nur Funkkontakte (QSOs) auf hoher Ebene in englischer Sprache erm├Âglicht, technisch Interessierte k├Ânnen auch beispielsweise beim Lesen von englischen Service Manuals profitieren.

F├╝r Segler in internationalen Gew├Ąssern kann ein US-Call von Vorteil sein.

Besonders interessant ist die US-Lizenz nat├╝rlich f├╝r Personen, die sich h├Ąufig in den USA, aber auch in Lateinamerika, aufhalten oder dort einen l├Ąngeren Aufenthalt (Auslandssemester, Beruf) planen. Man kann sich eine deutsche Lizenz in den USA nicht umschreiben lassen, man darf zwar damit dort funken, erh├Ąlt aber kein US-Rufzeichen.

Pr├╝fer (VE) werden

Als Inhaber der Lizenz-Klassen General (nur f├╝r Technician-Pr├╝fung) und Amateur Extra (f├╝r Pr├╝fungen f├╝r alle Klassen) kann man auch als Pr├╝fer (VE = Volunteer Examiner) akkreditiert werden. Eine Mitgliedschaft in der Fernmeldebeh├Ârde FCC oder in einem Amateurfunk-Club ist daf├╝r nicht unbedingt erforderlich.

Unter anderem stellt der ARRL das ARRL Volunteer Examiner Manual 9th Edition als pdf zum Download sowie als Online Version zur Verf├╝gung.

Auch die US-Telekommunikationsbeh├Ârde FCC stellt Infos bereit:
* Volunteer Examiners
* Volunteer Examiner Coordinators (VECs)

Weiterf├╝hrende Links, Infos und Pr├╝fungstermine:

* FCC Formulare
* PART 97 Amateur Radio Service
* US-Amateur Radio Bands (Bandplan) (pdf)
* Pr├╝fungstermine und -orte (ARRL)
* US-Lizenz-Seite von DL1KAM / W3TP
* Website von Manfred Lauterborn DK2PZ / KD2PZ
* Website von Mitch Wolfson DJ0QN / K7DX
* Ausl├Ąndisches Rufzeichen. US-License: Made in Germany (pdf). Artikel von Ren├ę Dahm, DL1KAM/W3TP, mit Abbildung der US-Lizenz

Zusätzliches Lernmaterial f├╝r die Pr├╝fungsvorbereitung:

* Glossar mit Erl├Ąuterungen der wichtigsten Begriffe (ARRL) (englisch)
* Quick Reference Operating Aids (ARRL)
* Power and Decibels (ARRL) (pdf)
* Math Supplements (ARRL) (pdf)
* How to read Circuit Diagrams Part I (pdf)
* How to read Circuit Diagrams Part II (pdf)
* Fundamentals of Antenna Theory
*How antennas work (ARRL-Seite mit Artikeln zum Download)
* Transmission Line (ARRL-Seite mit Artikeln zum Download)
* Propagation on RF Signals (ARRL-Seite mit Artikeln zum Download)
* The Art of Soldering (pdf)
* Grounding (ARRL)

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