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Amateurfunk - Ein grenzenloses Hobby

Was ist Amateurfunk ?

Amateurfunk ist eine drahtlose Kommunikation, die nicht f├╝r gewerbliche Zwecke gedacht ist, sondern als Experimentier-Funk dem technischen Verst├Ąndnis dient und die V├Âlkerverst├Ąndigung f├Ârdert.

Zahlreiche technische Entwicklungen, die viele heute wie selbstverst├Ąndlich nutzen, gehen auf die Pionierleistung von Funkamateuren zur├╝ck und wurden sp├Ąter kommerziell und industriell genutzt.
Lange vor Internet und eMails hatten Funkamateure bereits ihre Netzwerke mit ganz ├Ąhnlichen bzw. identischen Funktionen aufgebaut. Beispielsweise konnten seit Anfang der 1980er-Jahre ├╝ber das Packet-Radio-Netz Textnachrichten und Dateien verschickt werden.

In Notf├Ąllen und bei Katastrophen leisten Funkamateure wertvolle Hilfeleistungen, wie z.B. bei Erdbeben, ├ťberschwemmungen usw. Denn wenn die Stromversorgung ausf├Ąllt, sind Handy, Computer und das Internet nicht mehr einsetzbar. Dann kommt es auf Dienste wie den Amateurfunk an. Funkamateure sind auch oftmals bei gr├Â├čeren Veranstaltungen f├╝r organistorische Zwecke im Einsatz.

Amateurfunk ist international anerkannt und wird ├╝ber die Grenzen hinweg praktiziert. Weltweit gibt es knapp drei Millionen Funkamateure in nahezu allen L├Ąndern, darunter befinden sich viele prominente Funkamateure wie K├Ânig Juan Carlos von Spanien (Rufzeichen: EA0JC) und Alberto Grimaldi, Prinz von Monaco (3A0AG). Auch Anton von Habsburg (OE3AH) war Funkamateur ebenso wie Mahatma Gandhi (VU2RG). In der Unterhaltungsbranche w├Ąren Marlon Brando (FO0GJ), Priscilla Presley (N6YOS) und Sir Cliff Richard (W2JOF) als prominente Beispiele zu nennen. Neben zahlreichen Politikern, Staatsoberh├Ąuptern und K├Ânigen sind auch nahezu alle Astronauten und Kosmonauten in Besitz der "Lizenz zum Funken".

Auf der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es eine Amateurfunkanlage und mit etwas Gl├╝ck kann man sich mit der dortigen Crew unterhalten. Von Zeit zu Zeit greift auch die NASA auf die Unterst├╝tzung der weltweiten Gemeinde von Funkamateuren zur├╝ck, wie beispielsweise beim Satelliten NanoSail-D2.

Erde-Mond-Erde-Verbindungen geh├Âren ebenso zum Amateurfunk wie der Bau und Betrieb von Satelliten. Der erste Amateurfunk-Satellit OSCAR-1 startete bereits am 12. Dezember 1961 in eine Erdumlaufbahn und damit nur vier Jahre nach dem allerersten Satelliten Sputnik-1.

Aktuell gibt es etwa 50 Amateurfunk-Satelliten. Derzeit ist ein Satellit in Planung, der zum Mars fliegen soll. Wenn es nicht ganz so weit hinausgehen soll, experimentieren Funkamateure mit Ballonprojekten.

Neben Sprechfunk gibt es zahlreiche weitere Betriebsarten, darunter z.B. Bild├╝bertragung. ├ťber Funk k├Ânnen auch Videos ├╝bertragen werden.

F├╝r wissenschaftliche Experimente bietet der Amateurfunk exzellente Bedingungen.

Kurz zusammengefasst: Amateurfunk ist extrem vielseitig und bietet eine umfassende Bandbreite an Aktivit├Ąten f├╝r Jung und Alt.

Empfangen und Senden

Amateurfunk├╝bertragungen d├╝rfen von jedermann - also auch ohne Lizenz - geh├Ârt werden. Das Internet erm├Âglicht dies auch, ohne dass ein Empf├Ąnger vorhanden sein muss: WebSDR.

F├╝r den Sendebetrieb ist jedoch eine Pr├╝fung / Lizenz erforderlich, mit der entsprechende Kenntnisse ├╝ber Technik und Betriebstechnik nachgewiesen werden. Daf├╝r erh├Ąlt der lizensierte Funkamateur Privilegien wie Entwicklung, Bau und Betrieb von Sende-, Empfangs- und Antennenanlagen f├╝r verschiedene Frequenzen.

Funkamateure sind die Einzigen, die Sender selbst bauen und ohne externe Pr├╝fung betreiben d├╝rfen.

In den meisten L├Ąndern gibt es mehrere Lizenzklassen, die je nach Schwierigkeitsgrad der Pr├╝fung mehr oder weniger Privilegien bieten, z.B. bei der Nutzung von Frequenzen, der Sendeleistung usw.
Amateurfunkorganisationen bieten in der Regel Kurse f├╝r die Ausbildung an und selbstverst├Ąndlich gibt es auch B├╝cher zur Vorbereitung auf die Pr├╝fung sowie Online-Kurse. Die Fragenkataloge sind meist kostenlos im Internet zum Download verf├╝gbar.
Funkclubs vor Ort haben in der Regel ein Ausbildungsrufzeichen, so dass der Nachwuchs auch schon vor bestandener Pr├╝fung am Funkger├Ąt ├╝ben darf. Den USA ist ein spezielles Ausbildungsrufzeichen unbekannt, dort darf jeder lizensierte Funkamateure unter Aufsicht dem Nachwuchs das Mikrofon ├╝berlassen.
Weitere Infos: Funkamateur werden

Die Anforderungen bzw. Pr├╝fungen f├╝r die h├Âchsten Amateurfunkklassen sind weltweit in etwa einheitlich, so dass man in der Regel mit seinem heimischen Rufzeichen auch im Ausland (z.B. im Urlaub, bei Studien- oder Arbeitsaufenthalt) funken darf. Bei den Einsteigerklassen gibt es gr├Â├čere regionale Unterschiede - ein Land hat z.B. zwei Einsteigerklassen, ein anderes nur eine. Im Einzelnen sind die Bestimmungen der jeweiligen L├Ąndern zu beachten.

Der Amateurfunkdienst wird geregelt durch die Amateurfunkgesetze der jeweiligen Staaten (in BRD: Gesetz ├╝ber den Amateurfunk) und auf internationaler Ebene durch die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und der Europ├Ąischen Konferenz der Verwaltungen f├╝r Post und Telekommunikation (CEPT).

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